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Presse-echo

Museum Biedermann : Museumsweg 1 : 78166 Donaueschingen

Telefon +49 (0) 771- 896 689-14 : [email protected]

www.museum-biedermann.de

Kultur Joker18.07.14

8 THEATER/KUNST KULTUR JOKER

Kreative KpfeAusgefllt von Thomas Ergenzinger von Off the record Group/ off deluxe

Steckbrief: Thomas Ergenzinger 1980 in Stuttgart geboren, seit 2000 in Freiburg. Magister Arti-um Europische Ethnologie. Seit 2003 knapp dreiig Produktionen

als Regisseur, Autor, Dramaturg, Produktionsleiter, Performer in der freien Szene und am Theater Freiburg. Mit-Grnder und Mit-glied von off deluxe, dem neuen kreativen Kollektiv aus der off the record group, snap deluxe und der Band Ultra Mare.

Ich bin... Konzeptualisierer, Texthersteller, professioneller Wirr-kopf und Motivationsknstler.Mich inspiriert... meine Fami-lie, meine Freunde, Natur, Mu-sik. Der Alltag. Andere Kunst.Meine Themen- Schwerpunkte sind... Die Produktion von Wissen und Macht. Die Trume, Phantasmen und Rusche. Das Verhltnis von Einzelnem und Chor.Meine aktuelle Produktion ist... Dickicht, ein Hrstck fr Einzelgnger, das Anfang Juni

Premiere hatte. Das Konzept: Man wird allein in den Wald gelockt und erlebt dort Dinge, begegnet Menschen und ande-rem, hrt fremde Stimmen im Kopf und wird real von Zecken bedroht. Dabei nhert man sich immer mehr der Einsamkeit an, allerdings nicht einer problema-tischen Einsamkeit, sondern der Einsamkeit als Modus der zum Menschen gehrenden Existenz. Das Dickicht, in dem der Mensch verschwinden kann, wird dabei zu einer Art begehbaren Metapher fr das Dickicht in uns, das in der simultan laufenden Echtzeitwelt verschwindet. Nachdem wir an sieben Tagen etwa 40 Einzelzu-schauer bespielen durften, basteln wir gerade an einer Wiederauf-nahme. - Ach ja, und am 26.Juli spielt Ultra Mare mit Gren wie Auxes und Kurt in der KTS.

Fr meine Arbeit brauche ich...Freunde, Partner, Geld. Meine Ruhe. Meinen Ipod. Bcher. Eine Bhne, Stadtraum, Waldgebiet. Besucher. Ganz viele Kabel und viel Licht, eine Nebelmaschine und zwei Beamer. Ein Hasen-kostm.Visionen/am liebsten mchte ich... ein Haus mit Freunden, Ne-belmaschinen und Beamern plus Hasenkostme, Lohn und Sozi-alabgaben fr alle. Dann wrden wir zusammen Projekte entwi-ckeln, die in die Tiefe vorstoen. In diese Tiefe wrden wir dann die Zuschauer auf eine Art Tauchfahrt einladen. Manche wrden an der Oberflche dmpeln, manche bis auf den Grund sinken, und das wre in Ordnung, denn Oberflche und Grund sind nur verschiedene Grenzen desselben Raumes. Und wenn die Zuschauer von diesen

Fahrten zurckkehren, dann er-scheint ihnen der Alltag in einem neuen, helleren Licht und sie mssen sogar ein wenig blinzeln, wenn sie das Theater verlassen. Ansonsten wrde ich das Phrasen-schwein* zum gesellschaftlichen Grundprinzip machen und aus den Einnahmen ein bedingungs-loses Grundeinkommen fr die ganzen arbeitslosen Consultants, Bankberater und sensiblen Phi-losophiedozenten zahlen. - Und dann sofort das gelbe Balisto in Deutschland einfhren...

* Eine Besonderheit der Fuss-ball-Sendung Doppelpass ist das sogenannte Phrasenschwein, in das alle Anwesenden pro Phra-se einen symbolischen Geldbe-trag einzahlen mssen.Mehr Infos unter www.hochofen.org/other

ffentliche Fhrung sonntags 15 Uhr.

WIE MAN

HASEN JAGT

TURBULENTE VERW

ECHSLUNGSK M

DIE

NACH GEORGES FEY

DEAU

GEWRZT MIT EINE

R ORDENTLICHEN

PORTION DOPPEL-M

ORAL

Wallgraben Theater Rathausgasse 5a, 79098 FreiburgTheaterkasse 07 61/2 56 56 Tickets auf www.wallgraben-theater.com

39. RATHAUSHOFSPIELE

25.07. 30.08.2014

Viele Schatten und erstaunliche FormenLichtspiele eine Ausstellung im Museum Biedermann in Donaueschingen

Wie lassen sich Licht und Schatten begreifen und auffas-sen? In der Ausstellung Licht-spiele im Museum Biedermann werden fnf unterschiedliche knstlerische Positionen pr-

sentiert, die sich in Form von Installationen, Skulpturen oder Gemlden mit Licht und Dun-kelheit beschftigen. Am An-fang der Schau befinden sich raumgreifende Lichtobjekte von

Annette Sauermann (*1957 in Essen), Skulpturen aus Beton, Papier, transparenten Lichtfil-tern und Plexiglas sogenannte Lichtfallen, Lichtspeicher oder Lichttrommeln. Sauer-mann geht es um keine geringe-re Frage als die, wie sich Tages-licht festhalten lsst langsam gleitet es ber ihre Objekte und scheint von ihnen gespeichert zu werden. Ganz anders die gro-formatigen Gemlde des Italie-ners Piero Pizzi Cannella (*1955 in Rom) aus der Serie Salon de Musique. In vielen Schichtun-gen bringt er andeutungsweise und schemenhaft, auf tiefschwar-zem Grund, verschiedene Dinge auf die Leinwand, die an hell leuchtende Kronleuchter, Ster-ne oder Blumen erinnern - diese tauchen quasi aus dem Dunkel auf, die Rume ihrer Herkunft bleiben verborgen.

Im nchsten Saal ein Bodenob-jekt aus Wasserstreifen, in denen sich das Neonlicht einer quadra-tischen Wandskulptur von Fran-ois Morellet (*1926) reflektiert; der schalkhafte Franzose gehrt zu den klassischen Reprsentan-ten der Lichtkunst und der Kon-kreten Kunst. Seine Werke sind dialogisch angelegt, aber auch von numerischer Systematik ge-prgt; Leuchtstab, Quadrat und Kreis (Lunatiques) charakteri-sieren seine Bildsprache.

Nicht nur das Materialisieren des Lichts, auch seine Absorpti-on treibt die vertretenen Knst-ler auf je eigene Weise um, so etwa Nika Neelova (*1987 Mos-kau) in groformatigen Installa-

tionen, die im Obergeschoss des Museums gezeigt werden: da liegt ein von der Decke losge-lster Kronleuchter am Boden, kohlschwarz abgebrannt. Jede Spur von Licht ist auch der In-stallation An End for an End abhanden gekommen: verkohlte Taue, Ruder und ein Gerippe von Schiffswrack, dessen Reste mit Feuer und Wachs behandelt sind.

All dies steht wahrlich im Kontrast zu den weien Flug-objekten (Solipsis VI) des aus Sdafrika stammenden Wim Botha (*1974), einer Ins-zenierung hybrider Wesen und eleganter Gebilde, die an groe Vgel aus Mrchen erinnern, die mit ausgebreiteten Flgeln in den Raum aufbrechen. Sie sind aus weiem Polyester-Schaum-stoff geschnitzt, getragen von Holzelementen, beschienen von

Neonrhren. An den Wnden auch eine Reihe von Tusche-zeichnungen des Knstlers aus der Serie A Thousand Things (2013); sie wirken leicht und mhelos, wie Zen-Malerei. Das Spiel mit dem Licht, diesem unverzichtbaren Lebensmittel, bringt viele Schatten und er-staunliche Formen hervor. Der Ausstellungstitel Lichtspiele bezieht sich im brigen auch auf das Museumsgebude, das vor seiner heutigen Nutzung fnf Jahrzehnte lang Kino war, also Lichtspielhaus. Ein Katalog mit Abbildungen und Essays be-gleitet die Schau (modo Verlag 2014).

Lichtspiele. Museum Bieder-mann. Museumsweg 1, Donaue-schingen. Di So 11 17 Uhr. www.museum-biedermann.DE. Bis 2. November 2014

Cornelia Frenkel

Annette Sauermann: O. T. , Grner Lichtraum, 2006

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8 THEATER/KUNST KULTUR JOKER

Kreative KpfeAusgefllt von Thomas Ergenzinger von Off the record Group/ off deluxe

Steckbrief: Thomas Ergenzinger 1980 in Stuttgart geboren, seit 2000 in Freiburg. Magister Arti-um Europische Ethnologie. Seit 2003 knapp dreiig Produktionen

als Regisseur, Autor, Dramaturg, Produktionsleiter, Performer in der freien Szene und am Theater Freiburg. Mit-Grnder und Mit-glied von off deluxe, dem neuen kreativen Kollektiv aus der off the record group, snap deluxe und der Band Ultra Mare.

Ich bin... Konzeptualisierer, Texthersteller, professioneller Wirr-kopf und Motivationsknstler.Mich inspiriert... meine Fami-lie, meine Freunde, Natur, Mu-sik. Der Alltag. Andere Kunst.Meine Themen- Schwerpunkte sind... Die Produktion von Wissen und Macht. Die Trume, Phantasmen und Rusche. Das Verhltnis von Einzelnem und Chor.Meine aktuelle Produktion ist... Dickicht, ein Hrstck fr Einzelgnger, das Anfang Juni

Premiere hatte. Das Konzept: Man wird allein in den Wald gelockt und erlebt dort Dinge, begegnet Menschen und ande-rem, hrt fremde Stimmen im Kopf und wird real von Zecken bedroht. Dabei nhert man sich immer mehr der Einsamkeit an, allerdings nicht einer problema-tischen Einsamkeit, sondern der Einsamkeit als Modus der zum Menschen gehrenden Existenz. Das Dickicht, in dem der Mensch verschwinden kann, wird dabei zu einer Art begehbaren Metapher fr das Dickicht in uns, das in der simultan laufenden Echtzeitwelt verschwindet. Nachdem wir an sieben Tagen etwa 40 Einzelzu-schauer bespielen durften, basteln wir gerade an einer Wiederauf-nahme. - Ach ja, und am 26.Juli spielt Ultra Mare mit Gren wie Auxes und Kurt in der KTS.

Fr meine Arbeit brauche ich...Freunde, Partner, Geld. Meine Ruhe. Meinen Ipod. Bcher. Eine Bhne, Stadtraum, Waldgebiet. Besucher. Ganz viele Kabel und viel Licht, eine Nebelmaschine und zwei Beamer. Ein Hasen-kostm.Visionen/am liebsten mchte ich... ein Haus mit Freunden, Ne-belmaschinen und Beamern plus Hasenkostme, Lohn und Sozi-alabgaben fr alle. Dann wrden wir zusammen Projekte entwi-ckeln, die in die Tiefe vorstoen. In diese Tiefe wrden wir dann die Zuschauer auf eine Art Tauchfahrt einladen. Manche wrden an der Oberflche dmpeln, manche bis auf den Grund sinken, und das wre in Ordnung, denn Oberflche und Grund sind nur verschiedene Grenzen desselben Raumes. Und wenn die Zuschauer von diesen

Fahrten zurckkehren, dann er-scheint ihnen der Alltag in einem neuen, helleren Licht und sie mssen sogar ein wenig blinzeln, wenn sie das Theater verlassen. Ansonsten wrde ich das Phrasen-schwein* zum gesellschaftlichen Grundprinzip machen und aus den Einnahmen ein bedingungs-loses Grundeinkommen fr die ganzen arbeitslosen Consultants, Bankberater und sensiblen Phi-losophi